Demokratie und Menschenwürde

 Maß für Würde jedes Organismus ist sein Beitrag zur Evolution,
der Entwicklung zum Existenzoptimum.

Ralph Boes ist bekannt geworden durch seine Weigerung, eine vom Job-Center vermittelte Arbeit anzunehmen. Er beruft sich auf die ihm vom Grundgesetz Artikel 1, Abs.1 a priori zugewiesene und garantierte Würde, insbesondere bezüglich seiner Selbstbestimmung darüber, was er unter Arbeit versteht und welche Arbeit er ausführen will:
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Diese Würde als Freibrief unabhängig vom Verhalten gibt es jedoch in unserer Welt nicht. Durch das wirklichkeitsfremde Anspruchsdenken, das sie in den Köpfen auslöst,  hat sie bis heute schon viel Schaden angerichtet. Das Verdienst von Ralph Boes ist, dass er durch seine Aktivität diesen grundsätzlichen Fehler des GG deutlich macht. Er ist dabei (11/2013), eine Klage vorm Bundesverfassungsgericht einzureichen. Darin habe ich ihn in einem Briefwechsel bestärkt, der unten über PDF-Klick unten zugänglich ist. Es wäre sehr wichtig für unsere Gemeinschaft, wenn das Gericht die Klage zum Anlass nähme, die Verträglichkeit der GG-Würde mit dem Begriff Würde und seiner Bedeuetung in der Wirklichkeit zu prüfen.
Unserer Existenzbedingung entspricht die Würde-Definition im Brockhaus:

Würde ist die einem Menschen kraft seines inneren Wertes zukommende Bedeutung, auch die dieser Bedeutung entsprechende achtungfordernde Haltung.

Diese Würde gilt generell für alle Organismen in der Evolution, dem Prozess der Weltentwicklung von der Entstehung der Energie zu ihrem vollkommenen Bewusstsein über ihre Existenz- und Operationsbasis, das mathematisch-physikalische Weltkonzept. Sie hängt ab von der Bedeutung der Einzelnen und ihrer Gemeinschaft  für den Fortschritt Richtung Evolutionsziel, dem Existenzoptimum, durch ihr Verhalten
Wenn, wie im GG, grundsätzlich jedes Verhalten unter Würde einzuordnen ist, dann dürfte es die Begriffe unwürdig und würdelos nicht geben.  Es würde nichts an meiner Würde ändern, ob ich aufbaue oder zerstöre.

Die garantierte Würde reichte den GG-Schöpfern nicht. Hinzu kommen musste eine vollkommene  Pflichtlosigkeit des Einzelnen.  Pflichten hat nur der Staat. Die Folge:  pflichtlos = bedeutungslos = sinnlos.  Etwas zu bedeuten ist als sinnvoller Trieb der Evolution ein zentrales Grundbedürfnis.  Sein Fehlen macht aggressiv oder depressiv. Hitler erhielt mehrheitlich Zustimmung für seine Politik, weil er instinktsicher das Bedeutungsbedürfnis genutzt hat. Schon Kinder waren stolz auf ihre Bedeutung für das gemeinsame Ziel, z.B. durch das Einsammeln von Nahrungsabfällen als Tierfutter. Dazu folgende Meldung vom 23. 11. 13 in BM:
Rechtsextreme Eltern in Kitas ein Problem
Rechtsextremismus ist nicht nur bei Jugendlichen und Erwachsenen ein Problem, sondern nach Angaben der Amadeu-Antonio-Stiftung inzwischen auch in manchen Kindergärten. Viele junge rechtsextreme Eltern hätten Kinder, die Jetzt in die Kita gingen, sagte Heike Radvan von der AntiRassismus-Organisation in Berlin. „Einige dieser Kinder versuchen, in der Kita offensiv die Ideologie zu verbreiten, die sie zu Hause lernen.“

Was haben wir dagegen zusetzen? Menschenrechte, Frieden, Freiheit? Deshalb sind wir nicht entstanden, denn das sind keine Ziele, sondern Wege zu seiner Verwirklichung. Die Frage, die uns beschäftigt, lautet: Menschenrechte, Frieden, Freiheit wozu? Was sollen wir damit verwirklichen?  Rechts hat Zuspruch, weil Bewusstsein nach einem Ziel verlangt, das überzeugt und gemeinsam verwirklicht wird durch den Einsatz jedes Einzelnen, der dadurch seine Bedeutung gewinnt.
Mit unserem orientierungslosen Gemeinschaftsbrei mit dem zerstörenden und verfeindenden Ersatzziel Konsum haben wir nichts dagegen zu setzen. Wenn unsere Lebensweise gegen die Wirklichkeit über die Folgen zu einem Kollaps führt, haben zielorientierte Konzepte eine Chance. Um den Kollaps zu verhindern,  braucht auch die Demokratie ein Ziel, an dem sich Regierung und alle Einzelnen orientieren. Unser Existenzziel ist mit dem Evolutionsziel Existenzoptimum identisch, Abweichung wird durch die kybernetische Rückkopplung gemäß actio = reactio mit Nachteilen bis zum Existenzverlust geahndet. Vom Evolutionsziel leiten sich alle Wege dahin logisch ab. Das zu machen bedeutet Bewusste Evolution. Sie ist die Basis der Demokratie, danach ermitteln die Regierungen ihre Entscheidungen, operiert der Einzelne nach seinen Fähigkeiten.

Die Auseinandersetzung mit dem GG  in Verbingung mit Hartz IV  und Ralph Boes soll, wie alle VES-Infos, Argumente für die Bewusste Evolution liefern.

In einem dritten Schritt stattet das GG den Enzelnen mit einer Reihe Rechte aus, verschärft durch die Pflicht des Staaates, die Rechte zu schützen.

Ursache für garantierte Würde, Pflichtlosigkeit, Rechte  ist eine Überreaktion auf die Hitler-Diktatur. Es ist der Wechsel von einem Extrem ins andere: Während Hitler die Deutschen auf sein Ziel gewaltsamer Durchsetzung wirklichkeitsfremder Vorstellungen organisierte und der Einsatz jedes Einzelnen dafür erste Pflicht war, hielten es die „Väter des GG“ für angebracht, vom Einzelnen keine Pflichten für die Gemeinschaft, geschweige denn für ein gemeinsames Ziel zu verlangen. Die Bewertung würdigen und unwürdigen Verhaltens durch die Evolution. erfolgt natürlich nicht nach der GG-Formel.

Was sie erreichen wollten, ist auch realitätsnah zu erreichen. Wenn z.B.  Artikel 2, Abs.2, Satz1 als Art.1, Abs.1, Satz 1 übernommen wird. Dann lautet Art.1, Abs.1 etwa:
Die Würde des Einzelenen hängt von seinem Verhalten ab. Unabhängig von seiner Würde hat jeder das Recht auf Leben, auf physische und psychische Unversehrtheit. Es zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Diese Formel stellt klar, dass Würde positiv = pro Leben, und negativ = kontra Leben sein kann, aber auch negative Würde vor Angriffen auf das Leben zu schützen ist, z.B. kein Todesurteil bei Mord.
Ergänzt werden muss dieser Lebensanspruch des Einzelnen an die Gemeinschaft durch einen Kooperationsanspruch der Gemeinschaft an den Einzelnen, um eine Übereinstimmung mit der Lebenswirklichkeit zu erreichen. Dafür muss eine Liste mit Beispielen ins GG.   Ein Beispiel ist  die Forderung J. F. Kennedys an sein Volk:
Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann, fragt, was ihr für euer Land tun könnt.

Das ist allerdings nicht die evolutionskonforme Zielvorgabe, sie ist nationalistisch. Entsprechend verfolgen die USA eine egozentrische, auf Konsum gerichtete, mit Rüstung abgesicherte Politik, bereit, auch mit demokratiefeindlichen Kräften zu paktieren, wenn sie dem Interesse dienen. Die gleiche Aussage hätte auch in einer Hitler-Rede fallen können. Evolutionskonform ist statt ‚Land‘ bzw. Nation ‚Menschheit‘. 

In Deutschland verursacht die Dreiheit aus garantierter Würde – PflichtlosigkeitRechte
ein Vakuum der Ziellosigkeit = Orientierungslosigkeit, das  durch ein Chaos aus Einzelvorstellungen gefüllt wird. Das Durcheinander und Gegeneinander der Einzelvorstellungen wird in der Politik vorgeführt. Es herrscht zwischen Parteien, in Parteien, bei der Regierungsbildung und in der Regierungsarbeit. Es geht nicht mehr um ein Regierungskonzept, die Menschen sind schon froh, wenn  ‚Machtworte‘ für einen relativ geordneten Ablauf sorgen.   
Als gemeinsamer Nenner dient der Konsum, der damit überbewertet wird mit der Folge des Gegeneinanders im Krieg um das größte Stück vom begrenzten Kuchen, der psychischen Folgen der Sinnlosigkeit (u.a. Depression als Volkskrankheit), des Verbrauchs unserer Existenzbasis durch leere Rohstofflager, Umweltverschmutzung, Klimaerwärmung.
Die Meinung, zur Demokratie gehöre Ziellosigkeit = Orientierungslosigkeit, ist die gefährliche Schwäche der Demokratie. Sie wäre einer lernenden Diktatur unterlegen, die den Grund unserer Entstehung zielstrebig verfolgt: lebensfähig werden durch das  Konzeptbewusstsein, die Kenntnis des Weltkonzepts.

Wir leben wie alle Organismen in einer Diktatur: der unserer gesetzmäßigen Existenzbedingung. Alles in und um uns läuft nach dem mathematisch-physikalischen Konzept für die Welt, das Verhalten danach oder dagegen wird durch die Evolution unbestechlich wie unerbittlich über die Folgen mit Weiterkommen oder Untergehen bewertet.
Wie es in allen Demokratien und Diktaturen läuft, verstoßen wir gegen das Konzept, indem wir es bewusst für eine falsche Lebensweise anwenden: für Konsum und Rüstung zu seiner Sicherung. Während ich diesen Text schreibe, berichtet die Zeitschrift P.M. in 12/2013 über Voodoo-Kulte. Der Bericht endet mit folgendem Absatz:

Seit 2003 ist der Voodoo offizielle Religion in Haiti, seit 2010 auch im afrikanischen Benin. Vergeblich versucht der Daagbo Hounon – das spirituelle Oberhaupt des afrikanischen Voodoo – schon seit Jahren, seine Religion von ihrem schlechten Image zu befreien. „Voodoo ist eine Religion des spirituellen Wohlbefindens“, erklärt er. Und fügt einen Rat hinzu, den schon die Ältesten Afrikas gegeben haben sollen: Beachtet das Gesetz der Natur, richtet euch nach dem Gesetz der Natur. Aber überlasst die Magie den Hexern und ihrem Aberglauben.
Entsprechend Psalm 19,8: Das Gesetz Gottes ist vollkommen.  Römer 7,12: Das Gesetz an sich ist heilig. (Weil es informiert, was sich wie durch die Evolution = Weltentwicklung verwirklicht.)

Und Jesus laut Matthäus 5,17: Denkt nicht, ich sei gekommen, das Gesetz und die Propheten zu vernichten. Nicht zu vernichten bin ich gekommen, sondern zu erfüllen; denn wahrlich, ich sage euch: Eher würden Himmel und Erde vergehen, als dass auch nur ein kleinster Buchstabe vom Gesetz verginge und nicht alles geschähe.
Jesus
hat Recht: Die Energie verwirklicht durch ihre Höherorganisation das Evolutionsziel Existenzoptimum auch ohne uns, weil wir nicht nach dem Gesetz leben. Es gibt noch mehr Paradiesplaneten mit Intelligenzentwicklung.

Zum Schluss diese Meldung vom 1. 10. 13:
Arbeitslose sollen zur Arbeit gezwungen werden
Britische Langzeitarbeitslose sollen nach Ansicht der regierenden Konservativen zu gemeinnütziger Arbeit gezwungen werden konnen oder einen Teil ihrer staatlichen Zuwendungen verlieren. „Niemand wird etwas bekommen, ohne etwas zu geben“, sagte Finanzminister George Osborne beim Parteitag der Tones am Montag. „Denn ein faires Sozialsystem ist fair. sowohl den Bedürftigen als auch denjenigen gegenüber, die es bezahlen.“ Etwa 200 000 Langzeitarbeitslose mussten sich entweder täglich auf die Suche nach einer Beschäftigung machen oder gemeinnützige Arbeit leisten, wenn sie von April an weiter Arbeitslosenunterstützung erhalten wollten, sagte Osborne.